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Betriebsluft schnuppern statt Schulbank drücken – schulischer Technikunterricht im Unternehmen

„Weiter wie immer", funktioniert in der Nachwuchsgewinnung immer seltener. Die Personalabteilung der FAM Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH plant daher mit einer neuen Form der Schulkooperation langfristig und vorausschauend. Entscheidender Erfolgsfaktor: die enge Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Ausbildern im Betrieb.

Die Magdeburger Förderanlagen- und Baumaschinen GmbH (FAM hat bereits früh erkannt: Um den Nachwuchs für die Zukunft zu sichern, reicht die Teilnahme an Messen oder anderen Formaten der Berufsorientierung allein nicht aus. So haben Personalleiter Joachim Walter und sein Team bereits 2010 ein Konzept ins Leben gerufen, bei dem sie den schulischen Technikunterricht der achten Klasse aus der Schule heraus in das Unternehmen verlegt haben. Und das langfristig: Durch die Kooperation mit zwei festen Partnerschulen werden besonders technikaffine Schülerinnen und Schüler der achten Klassen einmal wöchentlichen im Metallbereich in den Lehrwerkstätten des Magdeburger Maschinen- und Anlagenbauers unterrichtet. „Dies schult nicht nur das technische Talent der Azubis von morgen, sondern durch die aktive Teilnahme am Betriebsgeschehen lernen Jugendliche auch das Arbeitsleben kennen“, erklärt Personalleiter Joachim Walter.

"Rund 15% der Absolventen des Praxisjahres bewerben sich im Anschluss bei der FAM für eine Ausbildung."

Joachim Walter

Innerhalb dieser sechs- oder knapp zwölfmonatigen Projektzeit lernen die jungen Talente technische Zeichnungen zu verstehen, zu lesen und sie in die Praxis umzusetzen. Mit jugendgerechten Arbeiten am Schraubstock werden erste, grundlegende Fähigkeiten im Bohren, Fräsen oder Drehen und damit ein Gefühl für Präzisionsarbeit vermittelt. Durch kleine Projekte wie das Bauen eines Stifthalters, durchlaufen die Jugendlichen verschieden technische Produktionsprozesse und übernehmen hierbei mehr und mehr Verantwortung. Und mehr noch: Ihre selbst erarbeiteten Produkte können sie nach Beendigung ihrer Karriere als Junior-Konstruktions- oder Industriemechaniker ihrer Familie und Schule präsentieren.

Ist dieses Format der Nachwuchsgewinnung nachhaltig? Joachim Walter kann dies nicht nur mit einer Fülle positiver Erfahrung bestätigen – sondern den Erfolg auch in Zahlen messen: Denn die Klassenlehrer beobachten die Entwicklung der jeweiligen Schülerinnen und Schüler in den naturwissenschaftlichen Fächern – sprich, Fächer, die sich thematisch mit Ausbildungsberufen der Branche überschneiden – bis in die neunte Jahrgangsstufe weiter. In diesem Zusammenhang geben die Klassenlehrer auch den Ausbildern der FAM Feedback über die Entwicklung der technischen Kompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler. Diese intensive Kommunikation zahlt sich aus: Rund 15% der Absolventen des Praxisjahres bewerben sich im Anschluss bei der FAM für eine Ausbildung. Aufgrund dieses Engagements und weiterer Maßnahmen zur Sicherung des Nachwuchses muss der Maschinenbauer sich im Augenblick nicht um den knappen Nachwuchs sorgen. Denn jährlich bewerben sich mehr als 200 Ausbildungsinteressierte für zehn bis zwölf ausgeschriebene Stellen.

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