Azubi-Mentoren im Interview

Azubi-Mentoren im Interview

Steven Kopper (19) und Jördan Eickenbusch (21) machen erfolgreich Werbung in eigener Sache: Als angehende Industriemechaniker setzen sie sich dafür ein, die technischen Berufsbilder im Maschinen- und Anlagenbau bei Jugendlichen bekannter zu machen. Praktische Unterstützung gab es dafür bei einer Azubi-Mentoren-Schulungen der VDMA-Nachwuchskampagne: Für ihr Ausbildungsunternehmen BENTELER haben die beiden im Juli 2015 an der allerersten Schulung teilgenommen. Insgesamt 60 Schulungen im Bundesgebiet hat sich der VDMA vorgenommen. Wir haben die beiden Azubis zu ihren Erfahrungen befragt.

Zwei Schulungstage und ein volles Programm: Was hat Ihnen persönlich bei der Azubi-Mentoren-Schulung am besten gefallen – und was haben Sie mitgenommen?

Steven Koppert: „Ich bin kurz vor der Schulung in Bad Nauheim zur Messeteamleitung für unsere Azubi-Recruiting-Events gewählt worden. Von daher kam die Azubi-Mentoren-Schulung in Bad Nauheim genau zur richtigen Zeit, um mich gut auf diese Aufgabe vorzubereiten. Besonders positiv wird mir die angenehme Lernatmosphäre in Erinnerung bleiben. Wir waren eine super Truppe, da hat alles gepasst. Dass wir am Abend durch die Übernachtung vor Ort auch gemeinsame Freizeit hatten, hat das noch verstärkt. So blieb genug Zeit, sich kennenzulernen, den Tag noch einmal zu besprechen und sich über verschiedene Themen rund um die Ausbildung auszutauschen.“

Jördan Eickenbusch: „Bei so einer Schulung nimmt man persönlich einfach viel mit: Wir haben während des Kurses viele Übungen zu freier Rede und Präsentationstechnik gemacht. Ob Mimik, Gestik oder allgemein der sprachliche Ausdruck – bewusst auf seinen Auftritt zu achten und das ein oder andere durch die Rückmeldung der Gruppe und der Kursleiter zu verbessern, ist nicht nur für das weitere Berufsleben sinnvoll.“  

Bei den Azubi-Mentoren-Schulungen steht die Aufgabe, ein eigenes Projekt auszuarbeiten, auf dem Programm: Welche Recruiting-Ideen sind vor Ort entstanden?

Steven Koppert: „Wir sind bereits häufig an Schulen unterwegs, daher war die Frage nach dem 'perfekten Messestand' für mich als Leiter des Benteler-Messeteams natürlich eine besonders spannende. Je nachdem, wie die Veranstaltung aufgebaut ist, ist es sinnvoll, auch die „Ausstattung“ des Messeteams anzupassen, so dass es uns letztlich um ein Modulsystem für unterschiedliche Kommunikationssituationen ging: In welchem Umfeld sind Stehtische, wann Gruppentische mit Sitzmöglichkeiten besser? Welche Visualisierungen sind sinnvoll, welche Materialien erfüllen wann welche Funktion?  In der Gruppe Ideen zu sammeln, zu diskutieren und Erfahrungen abzugleichen, hat nicht nur viel Spaß gemacht, sondern zu einem guten Ergebnis geführt, mit dem wir alle sehr zufrieden waren.“

Jördan Eickenbusch: „In meiner Gruppe haben wir unter dem Arbeitstitel 'Finden ist besser als suchen', kurz Finbas, nach Möglichkeiten gesucht, wie Unternehmen Schülerinnen und Schüler individueller ansprechen können – gerade im Hinblick auf die doch schwerer zu vermittelnden technischen Ausbildungsangebote. Anders formuliert: Was wäre ein geeigneter Kommunikationsprozess, um direkt auf geeignete Jugendliche zuzugehen und diese für eine technische Ausbildung zu begeistern? Unsere Finbas-Idee zielt darauf ab, Partnerschaften mit Lehrern aufzubauen, die sozusagen als 'Schaltstelle Schule' spezielle Unternehmensangebote an technikinteressierte oder fachlich geeignete Jugendliche weitergeben. Wenn die Schüler einverstanden sind, so haben wir uns vorgestellt, kann das Unternehmen sie mit individuellen Angeboten, zum Beispiel spezielleren Praktika, kontaktieren. Das drückt Interesse aus und vermittelt den Jugendlichen, dass sich das Unternehmen wirklich um sie bemüht.“   

Wie ging es danach weiter?

Steven Koppert: „Wir haben anschließend bei einem Treffen mit unserem Ausbilder, dem Ausbildungsleiter und dem Leiter HR-Marketing von der Schulung berichtet und unsere Konzepte, die wir in Bad Nauheim erarbeitet haben, quasi offiziell vorgestellt. Die Ideen für den perfekten Messestand sind inzwischen in die bereits bestehende Checkliste für das Messeteam eingearbeitet worden und stehen so allen Azubis für „Außeneinsätze“ bei Schulbesuchen oder allgemeinen Berufsorientierungsveranstaltungen zur Verfügung.“

Jördan Eickenbuch: „Interessant war, dass unser „Finbas“-Ansatz bei Benteler in ähnlicher Form bereits existiert, allerdings bislang ausschließlich im Recruiting von Hochschulabsolventen zum Einsatz kommt. Diese Rückmeldung war für uns auch eine schöne Bestätigung, dass unsere Überlegungen tatsächlich zum Unternehmen passen und im besten Sinne praxisnah sind. Aktuell entwickeln wir gerade ein System, wie wir das, was wir gelernt haben, mit den anderen Auszubildenden im Unternehmen sinnvoll teilen können, damit noch mehr davon profitieren.“

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